Fr. 27. März 2026

Zwischen Tradition und Moderne

Von Verena Fuchs
Wie fühlt es sich an, Teil der Schulfamilie in St. Zeno zu werden? Diese Frage beschäftigte zahlreiche Viertklässler und ihre Eltern, die der Einladung der Erzbischöflichen Maria-Ward-Realschule zum „Tag der offenen Tür“ gefolgt waren. Statt trockener Theorie bot die Schule ein mitreißendes Programm, das deutlich machte: Hier wird Lernen nicht nur vermittelt, sondern aktiv gestaltet.

Ein lebendiger Einblick in den Schulalltag der Maria-Ward-Realschule St. Zeno

Bereits beim Betreten des historischen Gebäudes wurden die Gäste von einer herzlichen Atmosphäre empfangen. Schülerinnen und Schüler fungierten als persönliche Wegbegleiter und führten die Familien durch die Räumlichkeiten. Dabei war es weniger die Architektur, die beeindruckte, als das Engagement der Jugendlichen, die mit spürbarem Stolz ihr „Haus“ präsentierten. Ob in den Fachräumen oder den Klassenzimmern – überall boten sich Gelegenheiten zum Mitmachen und Staunen.

Ein besonderes Highlight war die Vielfalt der Präsentationen. Während im Chemieraum begeisterte Besucher mit offener Flamme experimentierten, zeigten die Sprachen-Fachschaften, wie lebendig Bildung sein kann. Ob beim „Story-Telling“ der Klasse 8 b, bei dem literarische Erzählungen auf handbemalten Tellern Gestalt annahmen, oder im Escape Room der Klasse 9 c: Digitale Medien wurden hier ganz selbstverständlich als Brücke zwischen Lehrbuch und moderner Welt genutzt. Das Wahlfach Schulradio, die „Zenowelle“, gab zudem einen spannenden Einblick in die Medienarbeit, bei der von der Recherche bis zum fertigen Schnitt professionelles Handwerk gefragt ist.

Auch der kulturelle Aspekt kam nicht zu kurz. Ein „Mini-Konzert“ der fünften Klassen im ehemaligen Refektorium sowie die zünftige Darbietung der Ziach- und Plattlergruppe unter dem Motto „Aufg´spuit und auftanzt wird!“ bewiesen, dass an der Schule Brauchtumspflege und moderne Musik gleichermaßen einen hohen Stellenwert genießen. Ein besonderer atmosphärischer Moment bot sich zudem in der erstmaligen Öffnung des historischen Kreuzgangs. Die Klasse 7 a machte dort die Geschichte des früheren Klosterlebens durch ein fächerübergreifendes Projekt an informativen Stationen für die Besucher greifbar.

Wer nach dem Rundgang einen Moment zum Durchatmen suchte, fand diesen in den verschiedenen kulinarischen Angeboten. Ob frisch zubereitete Crêpes bei den Französisch-Klassen, eine gemütliche Auszeit im „Cafe St. Zeno“ oder eine herzhafte Stärkung im Kinderspeisesaal – für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Dabei ergaben sich immer wieder wertvolle Gespräche zwischen den Gästen, Lehrkräften, Mitgliedern des Elternbeirats und der Schulleitung.

Diese ungezwungene Begegnung war vielleicht der wichtigste Teil des Tages. Denn abseits der pädagogischen Konzepte war es die spürbare Gemeinschaft, die den Tag prägte. Man merkte deutlich, dass an der Maria-Ward-Realschule nicht nur das Wissen, sondern die Persönlichkeit jedes Einzelnen im Fokus steht. Die Kombination aus gelebter Tradition im Kreuzgang und digitalem Aufbruch im Unterrichtsalltag macht die Schule zu einem Ort, an dem sich Bildung und Werteerziehung auf Augenhöhe begegnen.

Für viele Eltern war dieser Vormittag ein wichtiger Wegweiser. Wer sich nun intensiver mit dem Übertritt beschäftigen möchte, fand neben dem Programm auch die nötige Zeit für eine individuelle und fundierte Beratung durch die Schulleitung. Ein Tag, der bei vielen Besuchern die Gewissheit hinterlassen haben dürfte: Hier sind unsere Kinder nicht nur gut aufgehoben, sondern können sich in einem inspirierenden Umfeld bestmöglich entfalten.